Nachlass sichten: Was aufheben, was entsorgen?
Zwischen Erinnerung und Loslassen: Wie Sie den Nachlass eines geliebten Menschen in Ruhe durchgehen – mit klarer Methode, ohne etwas Wichtiges zu verlieren.
Von Lindi Hoxha, Geschäftsführer · 28. Juli 2026 · Lesezeit ca. 9 Min. · Region Landshut
Gerade in den Wochen um Allerheiligen, wenn viele Familien in Bayern ohnehin an ihre Verstorbenen denken, steht in manchem Zuhause eine schwere Aufgabe an: den Nachlass sichten. Jede Schublade erzählt eine Geschichte, jeder Karton stellt dieselbe Frage – aufheben oder entsorgen? Als Fachbetrieb für Haushaltsauflösungen in Landshut und Niederbayern begleiten wir bei Entrümpelung Hox Familien seit vielen Jahren durch diesen Prozess. Hier zeigen wir Ihnen eine Methode, mit der Sie nichts Wichtiges verlieren – weder Dokumente noch Erinnerungen.
- ✓Erst Dokumente, dann alles andere: Testament, Urkunden und Finanzunterlagen werden zuerst gesichert – sie sind unersetzlich.
- ✓Die 4-Kisten-Methode: Aufheben, Verschenken/Spenden, Entsorgen – und eine „Später“-Kiste für alles, was noch Zeit braucht.
- ✓Werte nicht übersehen: Schmuck, Antiquitäten und Sammlungen erst prüfen lassen – der Erlös senkt später die Räumungskosten.
- ✓Kein Zeitdruck: Sichten Sie in Ihrem Tempo – für den Rest gibt es uns, mit Festpreis und bis zu sechs Wochen kostenloser Einlagerung.
Schritt 1: Dokumente sichern – bevor irgendetwas geht
Der wichtigste Rat zuerst: Beginnen Sie nicht mit dem Kleiderschrank, sondern mit den Papieren. Bevor irgendetwas die Wohnung verlässt, gehören alle Dokumente gesichtet und in eine eigene Mappe oder Kiste – sie entscheiden über Erbfolge, Fristen und Finanzen.
Dazu zählen vor allem: Testamente und letztwillige Verfügungen (ungeöffnet ans Nachlassgericht geben!), Personenstandsurkunden wie Geburts- und Heiratsurkunde, Renten- und Versicherungsunterlagen, Kontoauszüge und Sparbücher, Verträge, Steuerunterlagen sowie Grundbuch- und Fahrzeugpapiere. Auch unscheinbare Dinge können wichtig sein – Schlüssel ohne erkennbares Schloss, Quittungen für Wertsachen, handschriftliche Notizen zu Konten.
⚠️ Achtung: Werfen Sie in dieser Phase keine Papiere weg, auch keine scheinbar belanglosen. In Büchern, Mänteln und alten Umschlägen finden sich immer wieder Bargeld, Sparbücher oder wichtige Belege. Erst wenn der Papierkram vollständig gesichert ist, beginnt das eigentliche Sichten.
Schritt 2: Die 4-Kisten-Methode
Für alles andere hat sich die 4-Kisten-Methode bewährt – sie macht aus der überwältigenden Gesamtaufgabe viele kleine Entscheidungen:
Kiste 1: Aufheben
Erinnerungsstücke, Fotos, Schmuck mit ideellem Wert, Dinge für das eigene Zuhause – alles, was in der Familie bleibt. Beschriften Sie, für wen etwas bestimmt ist.
Kiste 2: Verschenken & Spenden
Gut erhaltene Kleidung, Bücher, Geschirr und Möbel – an Verwandte, Caritas, Diakonie oder in Landshut an das Gebrauchtwarenhaus Hab&Gut.
Kiste 3: Entsorgen
Verbrauchtes, Defektes, Alltägliches ohne Wert und Erinnerung. Diese Kiste dürfen Sie guten Gewissens abgeben – wir entsorgen fachgerecht und sauber getrennt.
Kiste 4: Später entscheiden
Alles, was heute noch zu schwer ist. Diese Kiste nimmt den Druck aus dem Prozess – und wird in ein paar Wochen oft überraschend klein.
Arbeiten Sie Raum für Raum, nicht kreuz und quer – und planen Sie pro Sitzung zwei, drei Stunden, nicht ganze Tage. Das Sichten eines Nachlasses ist emotionale Arbeit; wer sich Pausen gönnt, entscheidet besser. 💡 Tipp: Fotografieren Sie Dinge, von denen Sie sich trennen, vorher einmal. Oft reicht das Bild, um die Erinnerung zu bewahren – der Gegenstand selbst darf dann gehen.
Sichten Sie außerdem nicht allein, wenn es sich vermeiden lässt. Zu zweit oder mit den Geschwistern geht es nicht nur schneller – es entstehen auch die guten Momente, in denen über alten Fotos plötzlich gelacht wird. Bewährt hat sich eine kleine Erinnerungsbox für jedes Familienmitglied: Jeder darf hineinlegen, was ihm persönlich am Herzen liegt. So wird aus der Pflichtaufgabe ein gemeinsamer Abschied – und niemand muss später bereuen, dass seine Erinnerung im Container gelandet ist.
Dokumente aufheben oder entsorgen? Die Übersicht
Bei Dokumenten hilft diese Orientierung – im Zweifel gilt: lieber aufheben, bis der Nachlass vollständig abgewickelt ist:
| Kategorie | Empfehlung | Beispiele |
|---|---|---|
| Dauerhaft aufheben | Nie entsorgen | Testamente, Erbschein, Personenstandsurkunden, Grundbuchauszüge, Rentenbescheide |
| Bis zum Abschluss aufheben | Mindestens bis der Nachlass abgewickelt ist | Kontoauszüge, Versicherungspolicen, Verträge, Steuerunterlagen, Rechnungen zu Wertsachen |
| Nach Abwicklung entsorgbar | Wenn alles geregelt ist | Alte Zeitschriften, Werbung, abgelaufene Garantien, Bedienungsanleitungen entsorgter Geräte |
| Sensibel entsorgen | Schreddern statt Papiertonne | Unterlagen mit Kontodaten, Gesundheitsdaten und Passwörtern – Datenschutz gilt über den Tod hinaus |
Praktische Empfehlungen aus unserer Erfahrung, Stand: Juli 2026 – keine Rechtsberatung. Bei laufenden Erb- oder Steuerverfahren entscheidet im Zweifel Ihr Anwalt oder Steuerberater.
Werte nicht übersehen: Vom Schmuck bis zur Schallplatte
Zwischen Aufheben und Entsorgen liegt eine dritte Kategorie, die oft übersehen wird: Dinge mit echtem Geldwert. Schmuck, Münzen, Briefmarken, alte Uhren, Antiquitäten, Gemälde, Schallplatten, hochwertiges Werkzeug – in fast jedem Nachlass steckt mehr, als die Familie vermutet.
Unser Rat: Lassen Sie Verdachtsfälle prüfen, bevor etwas in der Entsorgen-Kiste landet. Bei einer Räumung durch uns geschieht das automatisch – wir dokumentieren Fundstücke, schicken Ihnen Bilder, und Sie entscheiden. Was verkauft wird, fließt als Wertanrechnung in die Abrechnung ein und senkt die Kosten der Haushaltsauflösung – manchmal erheblich. Für besonders wertvolle Stücke arbeiten wir mit festen Einkäufern zusammen, hochwertige Artikel bieten wir auf Wunsch online an. So wird aus dem Nachlass kein Verlustgeschäft, sondern ein fairer Ausgleich.
Unterschätzt werden übrigens gerade die unscheinbaren Dinge: das Werkzeug in der Garage, das alte Fahrrad im Keller, die Bücherkiste vom Speicher. Nicht jedes Stück ist ein Schatz – aber in der Summe kommt oft mehr zusammen, als der schnelle Blick vermuten lässt. Genau deshalb gehört das Prüfen bei uns fest zum Ablauf, nicht zu den Extras.
Ein Wort noch zu Fotos und persönlichen Papieren: Sie müssen sich nicht zwischen „Karton auf dem Dachboden“ und „wegwerfen“ entscheiden. Alben und lose Bilder lassen sich heute unkompliziert digitalisieren – so hat jedes Familienmitglied die Erinnerungen, ohne dass jemand die Kisten hüten muss. Die schönsten Originale wandern in die Erinnerungsbox, der Rest bleibt digital erhalten. Gleiches gilt für Briefe und Tagebücher: erst einmal sichern, in Ruhe entscheiden – solche Dinge sind unwiederbringlich.
Kostenlose, unverbindliche Besichtigung in Landshut und Umgebung – pietätvoll, diskret und mit Dokumentation aller Fundstücke.
Wenn das Sichten geschafft ist: Räumung mit Herz und System
Ein Nachlass muss nicht in einem Rutsch gesichtet werden – aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Wohnung übergeben oder das Haus geleert werden soll. Dann übernehmen wir: Unser geschultes Team räumt alles, was Sie nicht behalten, entsorgt fachgerecht, spendet Brauchbares und übergibt die Räume besenrein. Ihre „Aufheben“- und „Später“-Kisten bleiben selbstverständlich unangetastet – was markiert ist, bleibt.
Und wenn die Zeit knapp wird, das Herz aber noch nicht so weit ist: Wir lagern Ihre Kisten und Möbel bis zu sechs Wochen kostenlos in Pfeffenhausen bei Landshut ein. Bei besonders belastenden Situationen holen wir auf Wunsch erfahrene Sozialpädagogen dazu – niemand muss diesen Weg allein gehen. Alle Schritte von den ersten Tagen bis zur Übergabe finden Sie in unserem großen Leitfaden Haushaltsauflösung nach Todesfall.
Der Ablauf bleibt dabei so einfach wie immer: kostenlose Besichtigung – vor Ort oder per Fotos –, schriftliches Festpreisangebot, Räumung an ein bis drei Tagen und besenreine Übergabe. Sie behalten bei jedem Schritt die Kontrolle: Sie bestimmen, was bleibt, was geprüft wird und wann es losgeht. Und mit der Rechnung sparen Sie am Ende sogar Steuern – 20 % der Arbeitskosten, bis zu 4.000 € pro Jahr, sind als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar (§ 35a EStG).
Was schriftlich vereinbart wird, gilt – keine Nachberechnung, keine versteckten Kosten. Was Sie behalten möchten, bleibt – dafür geben wir Ihnen unser Wort.
Häufige Fragen zum Sichten des Nachlasses
Wie fange ich an, einen Nachlass zu sichten?
Mit den Dokumenten: Testamente, Urkunden, Finanz- und Versicherungsunterlagen werden zuerst gesichert, bevor irgendetwas die Wohnung verlässt. Danach hilft die 4-Kisten-Methode – Aufheben, Verschenken/Spenden, Entsorgen und eine Später-Kiste für schwere Entscheidungen.
Was sollte man aus einem Nachlass unbedingt aufheben?
Dauerhaft: Testamente, Erbschein, Personenstandsurkunden, Grundbuch- und Rentenunterlagen. Bis zur vollständigen Abwicklung des Nachlasses außerdem Kontoauszüge, Verträge, Policen und Steuerunterlagen. Bei allem anderen gilt: im Zweifel erst einmal behalten.
Was passiert mit gefundenen Testamenten?
Sie müssen ungeöffnet beim Nachlassgericht abgegeben werden – das ist das Amtsgericht am letzten gewöhnlichen Aufenthaltsort des Verstorbenen, in unserer Region häufig das Amtsgericht Landshut. Das Gericht eröffnet das Testament offiziell.
Wie erkenne ich Wertgegenstände im Nachlass?
Verdächtig sind Schmuck, Münzen, alte Uhren, Antiquitäten, Gemälde, Sammlungen und hochwertiges Werkzeug. Lassen Sie solche Stücke prüfen, bevor sie in der Entsorgen-Kiste landen – bei einer Räumung durch uns werden Funde dokumentiert und als Wertanrechnung mit den Kosten verrechnet.
Was mache ich mit Kleidung und Alltagsgegenständen?
Gut Erhaltenes verdient ein zweites Leben: Kleidung, Geschirr und Bücher nehmen Einrichtungen wie Caritas und Diakonie gern an, in Landshut auch das Gebrauchtwarenhaus Hab&Gut. Verbrauchtes und Defektes entsorgen wir fachgerecht und sauber getrennt.
Wie lange habe ich Zeit, den Nachlass zu sichten?
Bei einer Mietwohnung bleiben durch das Sonderkündigungsrecht meist rund drei Monate bis zur Übergabe, bei Eigentum bestimmen Sie das Tempo selbst. Und wenn es eng wird: Wir lagern Kisten und Möbel bis zu sechs Wochen kostenlos in Pfeffenhausen ein.
Können Sie beim Sichten helfen?
Ja. Wir sichten auf Wunsch gemeinsam mit Ihnen, sichern Dokumente und Erinnerungsstücke nach Ihren Vorgaben und dokumentieren alle Funde mit Bildern. Bei besonders sensiblen Situationen begleiten erfahrene Sozialpädagogen den Termin – diskret und mit der nötigen Ruhe.